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00:00:42: Kommt zu einer neuen Folge im D-sechsen-siebzig Club Podcast.

00:00:48: Am Ende werden zwei Experten zu Wort kommen zum einen Andreas Thies und einer der Spieler, der ersten Herrn der SV Blankenese Mika Bunjes, der noch in Florida am College verweilt und das seit drei Jahren und deswegen ein hervorragender Doppelspieler ist.

00:01:04: Und Ausgangspunkt für diese Folge ist eine aktuelle Diskussion aus dem Advantage Podcast mit Janik Schneider und Wally Masur.

00:01:12: In einer der jüngsten Episoden haben die beiden über das Thema doppelgesprochen in Deutschland.

00:01:19: Das war sehr spannend, aber aus meiner Sicht eben nicht komplett vollständig denn es gibt auch strukturelle Punkte die entscheidend sind und wurden angerissen oder gar nicht erwähnt und da versuche ich ein bisschen tiefer reinzugehen und versuche dort ein paar Punkte zu ergänzen.

00:01:38: Gleichzeitig sehen wir aktuell zwei Entwicklungen, die man unbedingt zusammen betrachten muss.

00:01:42: zum einen das jüngste Abschneiden der deutschen Dame im Billie Jean King Club.

00:01:47: Das war eine ja nicht so gute Leistung muss man ganz klar sagen insbesondere im Doppel.

00:01:54: da wurde in den sozialen Medien auch viel darüber gesprochen Und auch die Presse hat natürlich darüber berichtet.

00:02:01: Das ist ein Wettbewerb in dem Teamleistung, taktische Qualität aber auch vor allem Doppelstärke.

00:02:06: Eine zentrale Rolle spielen und parallel dazu einen sehr interessanter Kontrast.

00:02:12: hier bei mir in Hamburg vor Ort beim SV Blankenese fanden gerade in der April die U-Fünfzehn deutschen Meisterschaften der Verbände statt und da haben dann die Profis von morgen vielleicht sogar ihr Könn gezeigt von Bayern, Baden bis Sachsen über Hamburg-Schleswig-Holstein.

00:02:32: Hessen alle Verwände waren hier vertreten haben stark gekämpft bei klassischem Hamburger Aprilwetter.

00:02:42: und ganz interessant da wurde zuerst Dörper gespielt also ein Doppel und anschließend dann zwei Einzel.

00:02:48: das heißt in dem Doppelt ging es natürlich um alles.

00:02:52: vielleicht wurde auch mit einer höheren Intensität gespielt, als wenn man dann bei zwei Null oder null zwei noch ein Doppel hinten ran hängen würde.

00:03:01: Das kennen wir glaube ich alle die Punktspiele machen.

00:03:05: Wenn das Punktspiel schon entschieden ist Dann lässt die Intensitet vielleicht ein wenig nach.

00:03:11: Das ist ja nur ein Detail.

00:03:13: Es ist aber auch ein struktureller Unterschied und genau darüber darüber wollte ich heute auch sprechen.

00:03:19: Warum?

00:03:20: Ist das deutsche Doppeln bei den Damen und Herren im internationalen Vergleich schwächer oder ist das überhaupt so?

00:03:26: Achtet auf die Sprachnachricht von Andreas Thies später, der sieht es vielleicht gar nicht so dramatisch.

00:03:31: Ich sehe es auch sehr differenziert bei den Damen und bei den Herren.

00:03:37: Ja aber welche systemischen Ursachen könnten der Grund dafür sein?

00:03:42: Oder wie könnte man es vielleicht noch besser hinbekommen in Zukunft?

00:03:45: wenn man sich die Weltspitze anschaut dann wird schnell klar Deutschland fehlt es nicht an aber vielleicht fehlt es an Systematik.

00:03:55: In den Top-Ten der Doppelweltrangisten bei den Damen und Herren sehen wir vor allem eines Spielerinnen und Spielerinnen aus Nation, in denen Doppels gezielt entwickelt wird.

00:04:04: Das sind meines Erachtens keine Zufallsprodukte.

00:04:07: das sind Ergebnisse von Strukturen.

00:04:10: Und da sehen wir dass bei den top acht der doppel Herren Weltrangiste aktuell fünf Spieler aus Großbritannien sind.

00:04:19: Bei den Herren sind wir da gar nicht so schlecht vertreten.

00:04:22: Da haben wir immerhin fünf Spieler in den Top Forty, Kravitz, Pütz und Konsorten Schneider-Walner.

00:04:29: Man kennt sie im Prinzip auch.

00:04:32: Also das sind wir ganz gut aufgestellt.

00:04:36: Bei den Damen sieht es dann schlechter aus.

00:04:38: was auch interessant ist werden eine kleine Zahl vorab Vier der top zwanzig Spieler bei dem Herr sind über vierzig Jahre halt inklusive die Nummer eins und zwei der Weltrangeste Servaios und Granoyers.

00:04:50: Also, ja ich überleg mir auch nochmal meinen neunvierzig Jahren da.

00:04:55: Angreife, Spaß beiseite!

00:04:58: Schauen wir auf den deutschen Tennisbund.

00:04:59: Der Fokus liegt trellitzend klar auf dem Einzel.

00:05:04: ATP und WTA Rankings im Einzel gelten in der Regel als Maßstab für Erfolg.

00:05:11: Das Signal an die Spieler ist eindeutig.

00:05:13: Einzel ist wichtiger als Doppel.

00:05:15: Die Folge, kaum gezielte Förderung von doppel Spezialisten.

00:05:18: Doppel wird als Ergänzung gesehen nicht als Eigendisziplin und keine klare strategische Entwicklung dieses Bereichs.

00:05:27: Jetzt möchte ich eine Sache ergänzen weil wir regionale Strukturen haben meines Wissens achtzehntennes Landesverbände Und da zeigt sich ein ähnliches bilden.

00:05:37: das ist dann vielleicht die Ergänsung zum Advantage Podcast.

00:05:41: Da muss man genau hinschauen.

00:05:43: Es gibt viele Meisterschaften im Jugend- und Erwachsenenbereich, wo kein Doppel ausgetragen wird.

00:05:50: Das bedeutet keine Titel, keine Sichtbarkeit, keinen Wettbewerb.

00:05:54: oder wenn man sich das ganze Jahr dort betrachtet sind die Anzahl der Doppelletbewerbe relativ überschaubar und daraus ergibt es eine einfache Logik was nicht gespielt wird wird auch seltener trainiert.

00:06:10: Und dann kommen wir zu einem sehr sensiblen Punkt den Trainern im Verein.

00:06:14: in vielen Trainingskonzepten dominiert das Einzige, wenn man ehrlich ist.

00:06:18: Grundlienspiel, Technik, Vornkors, Rückenkors und die individuelle Entwicklung alles total wichtig aber vielleicht es ist dann unvollständig.

00:06:27: was häufig fehlt sind spezifische Doppel-Inhalte Netzspiel, Return, Aufschlagmuster, Kommunikation im Doppeltaktische Formation.

00:06:36: Und oft hört man Das Doppeln machen wir am Ende noch kurz Aber das reicht dann vielleicht auch nicht.

00:06:43: Ein weiterer zentraler Punkt ist das Punktspielsystem in Deutschland, der klassische Ablauf.

00:06:47: Erst wird einzigespielt dann doppelt die Konsequenzen.

00:06:51: Doppel wird oft gespielt wenn die Entscheidung schon gefallen ist.

00:06:53: es hatte ich schon erwähnt.

00:06:55: Spieler sind körperlich und mental nicht mehr voll da nach dem Einzeln.

00:06:58: Das kenn ich nur zu gut selber am eigenen Leib aufgespürt Und Es gibt kaum eine gezierte Vorbereitung aufs Doppeln.

00:07:05: man stellt dann eben nach den einsten mal schnell auf und spielt nach besten Wissen und Gewissen.

00:07:11: Also ein Doppel wird manchmal auch dann zur Pflichtaufgabe und nicht zur Kernkompetenz.

00:07:18: Und jetzt der Perspektivwechsel, schauen wir mal ins Ausland in Großbritannien, wird doppelt deutlich stärker integriert im Training und im Webbewerb.

00:07:27: Ein Freund von mir aus London hat mir erzählt dass die jeden Mittwoch dort vier Sätze Doppelspielen innerhalb von drei bis vier Stunden an einem Nachmittag.

00:07:35: rucki-zucki macht einen natürlich auch nicht schlechter wenn man ganz gezielt dort auch aufgrund der geringe Anzahl der Chords dann auf Doppel ausweicht vielleicht.

00:07:46: Aber ich habe das auch dann am eigenen Leib spüren dürfen, die volieren schon nicht schlecht dort.

00:07:54: meine Freunde mit denen wir aus Englert hin und wieder mal ins Trainingslage zum Beispiel fahren kann aber auch sein dass das jetzt Zufall ist.

00:08:02: noch klarer wird es am College Tennis in den USA Davo Micabundis, ja unter anderem dann in Florida.

00:08:09: jetzt spielt und viele andere Deutsche auch.

00:08:11: Viele Schweden, viele Spieler aus dem Ausland.

00:08:15: Zuerst wird dort Doppel gespielt und ein Einzel.

00:08:17: Das Doppeln bringt direkt einen Punkt fürs Team.

00:08:20: das verändert die gesamte Dynamik.

00:08:22: Die Spiele übernehmen Verantwortung im Team.

00:08:23: Doppelt wird strategisch vorbereitet Und nicht eben im Nachgang auch noch gespielt.

00:08:30: Kommunikation und Abstimmung werden gezielt trainiert.

00:08:34: Es ist matchentscheidend.

00:08:36: Und genau deshalb ist das Beispiel hier aus Blankenese so interessant bei den U-Fünfzehn deutschen Meisterschaften, vielleicht ist es ja ein Ergebnis der jüngsten Diskussion im DTB, das weiß ich nicht, dass dort zuerst Doppel gespielt wurde und dann die Einzel.

00:08:51: Super!

00:08:52: Weiter so... Ich hoffe, dass es bei den Punktspielen dann vielleicht auch dazu führen wird, dass man dort partiell das vielleicht genauso dann auch vom Ablauf hin bekommt um den Kindern auch zu zeigen, dass Doppel Spaß macht.

00:09:07: Das Fazit ist eindeutig das deutsche Doppelproblem ist kein Talentproblem es sind Strukturprobleme falsche Prioritäten im System, zu wenig Wettbewerbe, fehlende Trainingsinhalte ein Matchformat das doppelt entwertet.

00:09:21: und wenn man ernsthaft was verändern will dann braucht es meiner Meinung nach klare Schritte.

00:09:26: mehr Doppellwettbe Werbe auf allen Ebenen wirkt sich übrigens auch positiv aus Einzel aus.

00:09:32: Sonst würde Sascha Serif nicht so häufig mit Melo Doppel spielen bei der ATP.

00:09:36: Becker auch damals sehr, sehr häufig nebenbei Doppeln gespielt ist körperlich natürlich eine Belastung klar.

00:09:44: aber ich bin mir sicher dass ein Doppell besser ist als die eine oder andere Trainingseinheit.

00:09:53: Doppels sollte fester Bestandteil von Meisterschaften sein klar man muss es dann aber auch konsequent anbieten.

00:10:00: Da sind die Landesverbände dann gefordert.

00:10:03: Anpassung der Punktspiele, zum Beispiel Doppelvereinzel hatte ich erwähnt stärke Integration in die Trainerausbildung und ein klares Bekenntnis durch die Verbände.

00:10:15: Und genau diese Perspektiven wollen wir heute nicht nur theoretisch beleuchten hat es ja bereits am Anfang erwähmt.

00:10:22: Zum einen kommt jetzt Andreas Thies zu Wort Der Sportjournalist, der Kommentator, der Tennis-Podcaster Baseball-Podcaster, er war hier auch schon zu Gast und ordnet das ganze Thema recht nüchtern ein.

00:10:37: Eine sehr, sehr interessante Sichtweise.

00:10:39: Und zum anderen dann eben spannender Bericht aus der Praxis von Micabonius, den hatte ich bereits erwähnt.

00:10:46: Spieler der ersten Herren vom Esfoblankenese.

00:10:49: Die Saison in der Nordliga steht kurz bevor.

00:10:52: es gibt mehrere Heimspiele Alle in Hamburg und Umgebung.

00:10:56: herzlich einladen.

00:10:57: Als Manager der Herren des SV Blankenese kommt vorbei am dritten Mai oder Ende Mai oder im Juni, vierzehnter Juni , achtzwanzigste Juni.

00:11:10: Wir haben da drei Heimspiele.

00:11:11: Da wird hervorragendes Tennis gespielt.

00:11:13: Profis, Ex-Profis sind dort am Start Und eben auch diese College Doppelspezialisten.

00:11:19: Da können wir mal sehen Die dann doppel spielen die Freunde.

00:11:23: Also die beiden kommen gleich zu Wort und dann wünsche ich euch eine erfolgreiche Saison.

00:11:31: Und trainiert nicht nur Einzel, sondern auch Doppel!

00:11:34: Viel Spaß mit den beiden Sprachnachrichten.

00:11:38: und bis bald Euer Tom.

00:11:41: Ich sehe jetzt im Moment nicht als großes Problem an dass das Doppeltennis vielleicht nicht ganz so im Vordergrund steht wie das Einzeltennis.

00:11:49: Wir hatten vor zwei Jahren bei den Herren elf Top-Hundert Spieler unter, also top hundert Spieler bei den deutschen Doppelspielern.

00:11:56: Bei den Frauen im Moment wie gesagt nur leider Laura Siegemund.

00:12:00: aber ja ich glaube es geht darum wo kann man Geld verdienen als Profitarnenspieler?

00:12:05: und die Jungs die auf dem College waren und diese Doppelausbildung genossen haben sie sehen natürlich einen Weg wie sie durch die Weltrangeste schnell durchkommen und in die Weltspitze kommen.

00:12:14: Andreas Mies war an Anfang natürlich dann Leute jetzt Im Hendrik Gebens, wie Schneider Wallner.

00:12:22: Sie sehen das sie sehr schnell reinkommen können in die Torbunde und deswegen spielen sie doppelt.

00:12:27: Und wenn sie sich für die Grand Slams qualifizieren sind sie dann auch in der Lage Geld zu verdienen dass sie auf einem ordentlichen Niveau leben können.

00:12:37: Ich glaube bei den Frauen wird einfach nicht so viel Geld verdient mit dem Doppel.

00:12:40: Deswegen gibt es dann so wenig Spielerinnen aus Deutschland.

00:12:44: was die Ausbildung angeht Ich glaube ernsthaft, dass die Ausbildung eher aufs Einzel gehen soll und es da schon der richtige Weg unternommen wird.

00:12:51: Und es geht darum jetzt die Unioninnen und Unionen, die wir haben.

00:12:55: Es sind einige, die durchzubringen in den Profibereich und dann glaub ich auch wird das mit dem Doppel besser.

00:13:04: Moin Tom!

00:13:05: Ja, ich glaube du hast auf jeden Fall bei deiner Theorie recht, dass Doppeln in Deutschland zweitrangig ist für viele Ich glaube, der große Unterschied.

00:13:14: Also ich bin vor drei Jahren aufs College gekommen in die USA und der größte Unterschied ist dass es hier einfach viel mehr Turniere gibt fürs Doppel- und man auch Rankingpunkte für das Doppels, also fürs UTA System sammeln kann.

00:13:29: In Deutschland hat man, glaube ich... Also ich hatte in meiner Jugend immer einmal im Jahr einen Doppelturnier Und das war ein deutscher Meisterschaften.

00:13:36: Deswegen haben die Trainer und die Landesverbände nicht so stark darauf geachtet, dass man gut im Doppel wird weil man quasi immer am Einzel gemessen wurde.

00:13:46: und was ich auch interessant fand als ich gerade mal die Rankings durchgegangen bin.

00:13:51: Dass alle deutschen Top-Spieler in den Top-Hunderts in dem Doppelenking alle aufm College waren.

00:13:57: Ich glaube das ist auf jeden Fall etwas, was auf jeden fall interessant zu wissen ist, was glaube ich auch zeigt warum diese Deutschen dann im Ranking weit oben sind.

00:14:09: Ich bin auf jeden Fall aus College gekommen und mein Doppel war sehr, sehr schlecht.

00:14:16: Ich habe es auch im ersten Jahr nicht ins Team-Doppel geschafft und jetzt spiele ich jedes Doppeln eigentlich ja und zum Teil werden auch Spieler fürs Team rekrutiert die dann am Ende nur Doppelspielen weil sie sehr gute Doppellspieler sind.

00:14:35: Wie ist eure Meinung?

00:14:36: Schreibt mir über Instagram oder LinkedIn.